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Aktuelles

Mai-Juni 2022

Im April konnten wir unser Vorhaben bei der Abschlusskonferenz des Damast Projektes vorstellen. Die Kollegen vom KIT (Karlsruhe Institute of Technology) beschäftigen sich mit dem Enguri-Staudamm und sind somit unsere „Nachbarn“. Mit Blick auf deren Folgeprojekt haben wir eine Zusammenarbeit in Swanetien vereinbart und versuchen, uns gegenseitig zu unterstützen.
Im Mai und Juni wurden von den Mitarbeitern der TU Bergakademie Freiberg 140 km Straße vom Enguri-Staudamm bis kurz vor Ushguli bezüglich des Gefährdungsgrades und der Gefährdungsmechanismen kategorisiert. Somit haben wir eine praktikable Übersicht über die einzelnen Abschnitte.
In einigen Abschnitten haben wir die Böschungen entsprechend dem Q-Slope System klassifiziert. Dies ist eine sehr einfache, empirische Methode für eine erste Bewertung der Standsicherheiten von ungesicherten Felsböschungen und möglichen Anpassungen bei der Böschungsneigung.

Böschungsarbeiten Straße von Mestia nach Ushguli

Ingenieurgeologische Untersuchungen von Böschungen im Enguri Tal

 

An zwei Lokalitäten mit Festgesteinsböschungen wurden von der Aero-DCS Drohnenflüge und terrestrische Vermessungen durchgeführt, um anschließend geometrische 3d-Modelle zu generieren. Gleichzeitig wurde von den beiden Mitarbeitern der TU Bergakademie Freiberg eine ingenieurgeologische Kartierung dieser Lokalitäten durchgeführt.
Das Ergebnis sind ingenieurgeologische 3d-Modelle, die die Böschungsgeometrie und Trennflächen darstellen, mit denen Berechnungen zu Standsicherheiten durchgeführt werden. Neben 3d-Modellen werden auch geotechnische 2d-Modelle generiert, da diese oft ausreichend für belastbare Aussagen sind. Solche 2d-Modelle wurden auch in anderen Straßenabschnitten generiert.
Zudem werden die ingenieurgeologischen 3d-Modelle für die Erstellung von Sicherungskonzepten durch die Firma Jähnig sowie für die gemeinsame Planung des Fels-Monitorings (Aartesys) durch die EA Systems genutzt. Durch diese gemeinsame Planung wird ein effizientes Monitoring gewährleistet.

Die Böschungen bestehen hauptsächlich aus Tonschiefer, die sehr oft so stark zerklüftet sind, dass sowohl die geologische Geländearbeit als auch die Installation teilweise sehr gefährlich sind.
Gegenwärtig gehen wir von der Installation im kommenden Juli und August aus und der Plan ist, die Sonden mittels LKW mit Kran und Arbeitskorb zu installieren.
Neben den Festgesteinsböschungen wird ein weiteres Monitoring mittels Pendelsonde in der Mure von Lendjeri installiert. Ergänzt wird dies durch den Einbau von Porenwasserdruckgebern, der Installation einer einfachen Wetterstation und einer Kamera durch die HTW Dresden. Murgänge finden in Lendjeri hauptsächlich im Juli und vor allem im August statt.
Mit den genannten Komponenten werden die Zusammenhänge zwischen Regenereignissen und dem Auslösen der Murgänge in Lendjeri sowie deren Ablauf besser verstanden. Dies hilft auch, dass die Aussagen durch die Modellierung zukünftiger Murgänge verlässlicher sind und daraus entsprechende Gegenmaßnahmen abgeleitet werden können.
Unterstützung bei der Installation bekommen wir durch den Bürgermeister von Mestia und den Einwohnern von Lendjeri.

Während unseres Aufenthaltes haben wir die Georisk App vor Ort getestet, sodass das Geoinfor-matikbüro Dassau noch Verbesserungen vornehmen konnte. Dies betrifft vor allem die Übertragung der Meldungen auf unseren Server und die anschließende Darstellung im GIS.

 

November 2021

In diesem Monat wurden die endgültigen Standorte des Wetterstationen festgelegt. Für Ushguli ist die Installation an der Schule vorgesehen. Wir wollen damit die Schüler in unsere Aktivitäten einbinden, d.h. erläutern was wir machen und ihnen Zugang zu den Wetterdaten ermöglichen. Ziel ist, darauf aufbauend ein Interesse für die Thematik Naturrisiken bzw. für Natur- und Ingenieurwissenschaften zu wecken.
Auch haben wir die Art und Weise des Monitorings für Lendjeri festgelegt und die Konfiguration der Anlage definiert. Hierzu wurden zuerst in QGIS Sichtbarkeitsanalysen vorgenommen, da das Gateway und die Sonden über Funk miteinander kommunizieren müssen. Hierdurch konnten wir die potenziell geeigneten Standpunkte für das Gateway eingegrenzen. Mit der jetzt durchgeführten Funkmessungen haben wir den geeignetesten Standort festgelegt und dies mit dem Bürgermeister abgesprochen, um eine kontinuierliche Stromversorgung für das Gateway zu gewährleisten.

Straße von Mestia nach Ushguli

Böschungen im Enguri Tal

 

Weiterhin sprachen wir mit dem Bürgermeister darüber, dass Gabionen zur Sicherung Böschungen vor Ort gebaut werden könnten. Einerseits würden so Einkommensmöglichkeiten geschaffen und zum anderen könnte man den Schutt von den Murgängen nutzen. Wir werden hierfür die technischen Anforderungen aufstellen und die ungefähren Investitionskosten ermitteln, während sich die georgischen Partner um eine mögliche Finanzierung von georgischer Seite kümmern werden.
Das Umweltministerium sagte uns weitere fachliche Unterstützung zu. Hier wird es insbesondere um historische Wetterdaten und Ereignisse von Massenbewegungen gehen. Ziel soll sein, schrittweise eine Überblick über die räumliche Verteilung und Zeitpunkte von Massenbewegungen zu erhalten. Außerdem wollen wir die Zusammenhänge zwischen z.B. Niederschlägen und Massenbewegungen herausarbeiten.
Angedacht sind auch hydrologische Analysen und Simulationen von Hochwasserereignissen. Die konkreten Analysen werden in den kommenden Wochen besprochen.
Diese Kenntnisse helfen uns, das Monitoringsystem hinsichtlich Alarmierung zu kalibrieren sowie eine schrittweise Klassifizierung von Risikogebieten und Gefährdungsbereichen von der Staße von Mestia ins Tiefland vorzunehmen.

 

Oktober 2021

Wir bereiten die Felduntersuchungen für November vor. Hier soll u.a. an ausgewählten Felsböschungen über die Erstellungen von Sicherungskonzepten diskutiert werden. Auch sollen die Wetterstationen installiert und im Laufe des Novembers in Betrieb genommen werden.

Straße von Mestia nach Ushguli

Straße von Mestia nach Ushguli

 

August 2021

Während des zweiwöchigen Aufenthalts wurde mit dem Gouverneur von Ober-Swanetien und Mingrelien sowie Bürgermeistern vor Ort über die konkreten Arbeiten und Untersuchungsgebiete diskutiert. Weiterhin haben wir den Einwohnern in verschiedenen Ortschaften unser Vorhaben erläutert. Diese zeigten sich dabei sehr dankbar und boten uns Unterstützung an.

Schwarze Rinne (links) und Murgang in Zabeshi (rechts)

"Schwarze Rinne" (links) und Murgang in Zabeshi (rechts)

Nach der gemeinsamen Besichtigung der ersten ausgewählten Lokalitäten wurden Vermessungen und Drohnenflüge vorgenommen. Sie dienen als Grundlage für das Generieren digitaler Geländemodelle, die die Voraussetzung für Berechnungen und Modellierungen von Massenbewegungen darstellen. Für die Berechnungen wurde von zwei Murgängen Probematerial entnommen, um die bodenmechanischen Kennwerte im Labor an der HTW Dresden zu analysieren. Im Rahmen der Felduntersuchungen wurde entschieden, in Lendjeri im Laufe des nächsten halben Jahres ein erstes Monitoring- und Frühwarnsystem zu installieren. Derzeit ist die konkrete Konfektion des Systems in Arbeit. Weiterhin wurden die Punkte zur Installation der Wetterstationen festgelegt.

Drohnenaufnahmen von Murgang in Lendjeri (links) und in Zabeshi (rechts)

Drohnenaufnahmen von Murgang in Zabeshi (links) und in Lendjeri (rechts)